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Der Hexentanzplatz bei Thale

Der Hexentanzplatz
Gegenüber der Rosstrappe liegt der Hexentanzplatz auf der südöstlichen Seite der Bodeschlucht. Der Felsen in 451m Höhe war vermutlich einstmals ein germanischer Kultplatz, der bei zeremoniellen Handlungen in Verbindung stand mit der gegenüberliegenden, 550m entfernten Rosstrappe. Beim Blick über das Bodetal mit seinen grotesken Felsen und den sich darin festklammernden, knorrigen Eichen wird klar, weshalb die alten Germanen an diesem Ort etwas Heiliges sahen. Leider sind die Klippen auf beiden Seiten der Bode heute zum Touristen-Gaudi verkommen - Würstchenbuden, Plaste-Hexen, überteuerte Parkplätze - seit Beginn der touristischen Erschließung hat man es versäumt, behutsam mit den alten Stätten und dem Landschaftsbild umzugehen. Gleichwohl kann auch der Naturfreund als Besucher, an den Klippen stehend, den alten Zauber der Landschaft genießen.

 

  

Die Sage

Der Hexentanzplatz 
Es gilt zwar als Sage vom Hexentanzplatz, dürfte aber mehr oder weniger tatsächlich so geschehen sein:
Fast 800 Jahre lang waren die Sachsen, der Stamm der Norddeutschen und Südengländer, Bewohner und Herrscher des Landes zwischen der Elbe, Harz, Nordsee und der Irischen See. Hier hielten Sie jahrhundertelang Frieden. Recht gesprochen und Häuptlinge gewählt wurden einmal im Jahr beim Allthing in Markloh an der Weser.

Die Sachsen lebten in und von der Natur und sahen in allem lebendige Geister und Gottheiten. Im späten 8. Jahrhundert zerstörten die von Süden einfallenden Franken unter König Karl dem Großen die alte Ordnung. Die Franken führten 30 Jahre lang Krieg gegen die Sachsen, unterwarfen Dorf für Dorf und bekehrten die Nordgermanen zwangsweise zum christlichen Glauben.

Die Sachsen trauten jedoch der neuen Religion nicht. Um ihre Felder fruchtbar und ihre Jagdgründe reich zu halten, besuchten Sie weiterhin die alten Kultplätze und beteten zu ihren Göttern.

Karl der Große ließ überall im unterworfenen Sachsenland Wachen an den Kultplätzen aufstellen. Da viele der alten Orten eine besondere Atmosphäre hatten, durfte manchem der christlichen Ritter gar schauerlich auf seiner Wacht gewesen sein.

Um zu ihrem Ritualplatz auf dem Bodefelsen zu gelangen, verkleideten sich die Sachsen zu Walpurgisnacht in schauerlicherweise und schwärzten die Gesichter mit Ruß. Mit allerlei fremdartigen Geräuschen zogen sie den Felsen hinauf. Den bis ins Mark erschrockenen fränkischen Wachen erschienen sie als Dämonen aus alter Zeit, so dass diese Reißaus nahmen. So konnten die Sachsen noch jahrhundertelang an alter Stätte sicherheitshalber auch noch zu den alten Göttern beten.

 

  

 

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